Die Jagd nach dem Feuerteufel von Mallorca
PALMA DE MALLOCA / SPANIEN (29.08.2011): So viele Brände und alle nach dem gleichem Muster: Kaum jemand auf Mallorca glaubt noch, dass es sich bei der unheimlichen Brandserie der vergangenen Wochen auf Mallorca um einen Zufall handelt.
Nach Meinung der Guardia Civil und des balearischen Umweltministeriums gibt es zu viele Brandherde und keine Hinweise auf ein versehentlich oder fahrlässig entstandenes Feuer.
Der Tatverdacht richtet sich auch auf frühere Mitglieder der Feuerwehr, die in diesem Jahr aufgrund von Personalkürzungen bei den Einsätzen nicht zum Zuge gekommen sind.
Offenbar gibt es auch bereits konkrete Verdachtsmomente, die Ermittlungen sind noch im Gange.
Die Polizei hat ihre Präsenz in den Waldgebieten der Insel massiv verstärkt. Besonders die am häufigsten betroffenen Gebiete bei Artà, Son Servera und die Umgebung von Calviá werden genau unter die Lupe genommen. Die Beamten suchen einen oder mehrere äußerst gefährliche, bisher unbekannte Brandstifter.
Die Behörden weisen aber auch darauf hin, dass dieses Jahr die Bedingungen für Waldbrände besonders günstig sind. Doch die Brände zeigen ein Muster, das auf einen Brandstifter hindeutet: Der oder die Täter legen ein Feuer und kurz darauf ein weiteres an einem anderen, möglichst weit entfernten Ort. Auffällig war in den vergangenen Wochen, dass immer genau drei Brände an einem Tag ausbrachen.
Es ist nicht das erste Mal, dass auf Mallorca ein Feuerteufel wütet: In den frühen 90er Jahren jagte die Polizei einen Brandstifter, der in der Nähe von Palma und Clavia jeden Sonntag ein neues Feuer legte.
Doch die Beamten konnten trotz intensiver Fahndung lange Zeit niemanden dingfest machen. Geschnappt wurde der Täter nie – eines Tages aber fanden die Polizisten neben einem Moped die verkohlte Leiche eines Mannes, daneben Reste eines Benzinkanisters. Der Brandstifter wurde von seinem eigenen Feuer getötet.
Nach dem Fund der Leiche hörten die Brände auf.
Es bleibt zu hoffen, dass der diesjährige Brandstifter der Polizei schnell ins Netz geht. Bisher konnte die Feuerwehr alle Brände mehr oder weniger schnell löschen. Auch wenn es in dieser Saison bereits Feuer gab, bei denen mehrere hundert Hektar Waldfläche betroffen waren, blieb die ganz große Katastrophe bisher aus.
Durch die große Hitze und die anhaltenden Trockenheit, ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis eines der Feuer nicht mehr so schnell unter Kontrolle zu bringen ist und Ausmaße annimmt, wie im Frühjahr auf Ibiza, als 1.500 Hektar Kiefernwald vernichtet wurden. Dieser Brand war allerdings auf einen Unfall zurückzuführen. Ein Imker hatte mit seinem Räuchergerät versehnetlich das dürre Gestrüpp angezündet und einen der verheerendsten Waldbrände der Inselgeschichte ausgelöst.
Dem unglücklichen Brandstifter drohen übrigens bis zu 10 Jahre Haft. Der Feuerteufel von Mallorca dürfte für eine deutlich längere Zeit hinter Gitter wandern.
29.08.11 08:06
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