Formentor - Treffpunkt der Winde
Hoch im Norden Mallorcas ragen zwei Halbinseln weit ins Meer hinaus. Die längere der beiden, Formentor, markiert mit dem Cap Formentor an ihrem Ende, den nördlichsten Punkt der Insel.
Die Mallorquiner nennen diesen Ort den „Treffpunkt der Winde“. Und tatsächlich, wer einmal über den Rand der beeindruckenden Steilküste in die Tiefe geschaut hat und sich von den meist heftigen Aufwinden hat durchpusten lassen, weiß was gemeint ist. Hier treffe die typischen Winde der Insel, der Tramuntana aus Norden, der Ponenet aus Westen, der Migjorn aus Süden und der Llevant aus dem Osten aufeinander.
Aber die Besucher, die jedes Jahr zu Hunderttausenden nach Formentor strömen, kommen mit Sicherheit nicht wegen des Wetters.
Formentor ist eine der eindrucksvollsten Landschaften, die Mallorca zu bieten hat. Wenn man die 13,5 Kilometer lange Straße von Port de Pollença bis zum Leuchtturm entlangfährt, möchte man alle Nase lang anhalten. Zum Glück gibt es auf der Strecke einige Aussichtspunkte.
Der bekannteste ist wohl der Mirador de Punta Nao. Von dort aus hat man den besten Blick auf die kleine Felseninsel Colomer. Sie ist wohl eines der am häufigsten fotografierten Postkartenmotive Mallorcas.
Der Aussichtspunkt liegt allerdings nicht direkt an der Straße. Vom Parkplatz aus muss man etwa 10 Minuten dorthin laufen.
Wer keine Lust auf diese Miniwanderung hat, sollte den Mirador d’es Colomer ansteuern, auch von dort aus hat man einen schönen Blick auf Colomer und die Steilküste.
Um einen Rundumblick zu bekommen, muss man allerdings die Straße in Richtung Cap Formentor verlassen und am Mirador d’es Colomer rechts einbiegen. Der Weg führt hinauf zu einem alten Wachturm, dem Talaia d’Albercutx. Die Straße ist eng, ungesichert und hinter jeder Kurve kann die nächste Ziege stehen, eine vorsichtige, angepasste Fahrweise ist also angeraten. Oben wird man dann aber mit einem umfassenden Ausblick belohnt, den ansonsten keiner der Aussichtspunkte zu bieten hat.
Wieder unten angekommen geht die Strecke weiter in Richtung Cap Formentor. Wer möchte kann einige Kilometer weiter rechts abbiegen und noch einen Abstecher zum schönen Sandstrand Platja Formentor machen. Dort befindet sich auch das Fünf-Sterne-Hotel Formentor, seit jeher ein Treffpunkt der Schönen und Reichen.
Die Straße zum Cap schlängelt sich weiter in Richtung des nördlichsten Endes Mallorcas. Obwohl sie recht gut ausgebaut ist, kann es an manchen Stellen schon einmal recht eng werden. Sie ist übrigens, wie auch die Strecke hinunter in die Bucht von Sa Calobra mit ihrer berühmten Kravattenknotenkurve „Nus de sa Corbata“, ein Werk des italienischen Ingenieurs Antonio Paretti.
Er war bekannt dafür, seine Bauwerke nicht gefühllos in die Landschaft zu pflastern. Vielmehr passte er die Straßen der Umgebung an, so dass sie sich wie Bänder in die Landschaft einfügen.
Am Cap selbst erwartet den Besucher ein Leuchtturm und wieder eine lohnenswerte Aussicht hinaus aufs Meer und auf die Nordküste Mallorcas. Der Parkplatz unterhalb des Leuchtfeuers ist etwas eng und vor allem im Sommer den Besuchermassen nicht immer gewachsen. In der Hauptsaison sollte man daher entweder früh am Morgen oder erst am Abend dorthin fahren, dann wird man dann auch noch mit einem Sonnenuntergang direkt über der Küste belohnt.
Etwas unterhalb des Leuchtturms führt ein Pfad hinunter bis fast zum Wasser. Den sollte man aber nur hinuntergehen, wenn man gut zu Fuß ist und über eine gute Kondition verfügt.
So kommen Sie hin:
Die Straße über die Halbinsel beginnt im Kreisel am Sportplatz hinter Port de Pollença. Natürlich werden auch von verschiedenen Anbietern Busausflüge zum Cap de Formentor angeboten.
Achtung: Von Anfang bis mindestens Mitte November 2010 ist die Straße wegen dringend notwendiger Reparaturarbeiten gesperrt, eine Zufahrt ist nicht möglich.
Fotos: TUI / Yvonne Späne / wikipedia
02.11.10 11:15
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